Red kam mit Blue und Brown zu uns. Sie stammen aus einem Versuchslabor aus Baden-Württemberg. Sie entsprechen der sogenannten Kontrollgruppe zu Tests von Insektiziden. Das Trio kam am 25.11.2024 mit rasiertem Rücken bei uns an. Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir keine weiteren Angaben machen.
Da wir bisher keinerlei Erfahrung mit Tieren aus einem Versuchslabor haben, setzten wir sie zur Beobachtung in ein separates Zimmer in Quarantäne. Die Mädels kannten weder Einstreu noch Frischfutter, weshalb wir sie erst mal sehr langsam an Möhren und danach an Gurke und Salat gewöhnt haben. Mittlerweile fressen sie auch Paprika und etwas Staudensellerie. Heu fressen sie besonders gerne. Bei der Umstellung auf Frischfutter gab es keinerlei Probleme.
Die Drei sehen absolut identisch aus und können nicht auseinandergehalten werden, deshalb wurden sie farblich markiert, daher auch ihre Namen. Im Verhalten zeigen sie sich noch scheu, sobald man den Raum betritt, aber wenn sie unbeobachtet sind, flitzen und popcornen sie durch's Gehege. Wir haben im Zimmer eine Kamera aufgestellt, um sie gut beobachten zu können. Mittlerweile kann man auch schon Staubsaugen oder sonstige Haushaltstätigkeiten erledigen, ohne dass sie in Schockstarre verfallen. Jeden Tag werden sie mutiger und bleiben auch unter einem Unterstand sitzen, ohne ins nächste Haus zu flüchten. Das Herausfangen zum Wiegen bedarf großen Geschicks, denn das mögen sie gar nicht.
Die Tiere sind geschätzt 5 Monate alt und hatten bisher keinerlei Kontakt zu anderen Artgenossen. Für jedes Tier wäre es sehr wichtig, dass es in eine harmonische Gruppe integriert werden kann – wir vermittelen sie nicht in Pärchenhaltung. Sie müssen Sozialverhalten lernen und "Erzieherschweine", die ihnen die Welt zeigen, wären von Vorteil. Sie dürften gerne noch sehr viel lernen.
Die drei Damen zeigen sich hier auf der Pflegestelle aktuell als unkompliziert, aber wir können natürlich nicht sagen, wie krankheitsanfällig sie durch die spezielle Zucht fürs Labor so im Laufe der Zeit werden könnten. Wir haben keinerlei Referenzen und Erfahrungen. Dennoch ist es uns ein großes Anliegen, dass diese Tiere die Chance auf ein tolles Leben bekommen. Bis zu uns haben sie es schon mal geschafft – jetzt brauchen sie nur noch Adoptanten mit Herz.
Als Letzte des Labor-Tier-Trios zog Red aus. Sie heißt nun Fiver- wird aber liebevoll Feiferl gerufen. Die Kleine lebt bei Serafina und Thomas und weiteren 4 Heuwuslern, bestehend aus Mortyma (der Kerl der Truppe und guter Streitschlichter), Chefin Peewee, der körperlich beeinträchtigten Humpeline alias Elisabeth II und Ophelia in einem 2‑stöckigen Eigenbau von 6 m². Am ersten Tag wollte sich Feiferl erst mal wichtig machen, in der Hoffnung, dass sie was zu melden hat, aber die Schneid hat man ihr gleich abgekauft. Nach einer Jagerei durch den Stall war schnell klar, dass sie sich unterzuordnen hat. Und das hat ziemlich schnell geklappt. Alle 5 kommen gut miteinander klar und Feiferl kann nun nach Herzenslust rumtoben. Sie wird denken, sie ist im Paradies gelandet. Von nicht mal 1 m² mit 5 Tieren auf 6 m² mit bester Rundum-Versorgung. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.