Zuckermaus mit Gebärmuttertumor
Pflegestelle: Susi Seidl
Patin: Kirsten W.
Wenn man denkt man hat schon alles erlebt und gehört im Tierschutz, dann gibt es immer wieder Tatsachen die einen fassungslos machen. Wie in diesem Fall von Einhorn.
Das Mädel lebte mit ihrer Partnerin in einem Außengehege. Abgesehen davon, dass nur 2 Tiere für Ganz-Jahres-Außenhaltung nicht genug sind, erschwerend kam hinzu, dass das Gehege in der Prallen Sonne stand. Die Nippeltränke war immer leer, der Nachbarin fielen laufend die klickenden und schlagenden Geräusche auf, wenn die Meerschweinchen an der Nippeltränke vergebens versuchten an Wasser zu kommen.
Aber der Gipfel ist, dass die Kinder die Meerschweinchen mit in das Trampolin genommen haben und sichtlich erheitert waren, wenn die Meerschweinchen "mithüpften". Daraufhin fasste sich die tierliebe Nachbarin ein Herz und forderte die Herausgabe der Meerschweinchen. Das hat Gott sei Dank geklappt. Von da an lebten sie in dann in einem perfekt isoliertem Gehege und bekamen gutes Futter. Nun ist die Partnerin von Einhorn gestorben und so fand Einhorn den Weg zu uns.
Beim Tierarzt-Check fiel sofort matschiger Kot auf, vielleicht resultierend aus zu wenig Futteraufnahme aus Trauer. Das Bäuchlein war gebläht und schmerzhaft beim Abtasten. Die Außenkralle des linken Hinterbeines ist steif, vermutlich ein alter Bruch. Mit nur 830 Gramm ist sie auch viel zu leicht. Wir päppeln sie nun erst mal auf und hoffen, dass die Kotprobe aus dem Labor nicht auch noch eine Hiobsbotschaft bringt.
Klar ist aber schon jetzt, dass sich diese Meerschweinchen-Dame in Rekordgeschwindigkeit ins Herz der Pflegestelle, aber auch in das der Tierärztin geschlichen hat. Wir nennen sie nun liebevoll "Hörnchen".
Ein Update zum Gesundheitszustand folgt.
Update 25.03.2025:
Bei Einhorn hat eine weitere Gesundheitscheck einen wirklich großen Gebärmuttertumor zum Vorschein gebracht der leider so verwachsen ist, dass eine OP zu riskant wäre. Einhorn hatte aber großes Glück und darf als Gnadenbrottier in der Gruppe von unserem Mitglied Susi und ihren 7 Fellpopos bleiben. Die Vergesellschaftung war bis auf eine kleine Auseinandersetzung mit Chef Marek eigentlich nicht vorhanden. Nach kurzer Zeit hat sie neugierig alles erkundet, für gut befunden und mit ihren neuen Freunden einträchtig am all-you-can-eat-Buffet geschlemmt. Einhorn, oder Fee wie sie auf der Pflegestelle genannt wird, ist voll mittendrin und genießt sichtlich die große Gruppe und die vielen Freunde um sie herum.
Wir hoffen die kleine Fee bleibt noch ganz lange bei uns – mit der erfahrenen Pflege von Sui hat sie auf jeden Fall die besten Voraussetzungen – und genießt ihr Leben in vollen Zügen.
Herzlichen Dank an Kirsten W. für die Übernahme der Gnadenbrotpatenschaft für unsere Fee!
Ein ganz großes Danke auch an die Tierliebe Nachbarin, die Einhorn und Ihre Partnerin ursprünglich gerettet hat, für die großzügige Spende!