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Solveig - Wirbelwind mit vielen Handicaps

Pflegestelle: Tanja Weiß

Pate: Verena
          Philipp und Moritz

Solveig ist die Tochter von Zeta, welche wir bereits trächtig aus dem Dachauer-Zwinger-Notfall übernahmen. Sie hat noch einen Bruder namens Peer.

Sie wurde am 12.01.2017als vermeinlich gesundes Mädchen geboren. Während ihr Bruder Peer nach der Geburt nicht laufen konnte und auch von der Mutter zunächst nicht angenommen wurde, turnte Solveig munter durchs Gehege und nahm auch stetig an Gewicht zu. Sie war ein normales, fröhliches Meerschweinchen-Baby. Nach 6 Wochen fiel auf, dass Solveig den Kopf leicht schief hält, das Allgemeinbefinden war ungestört und auch die Futteraufnahme bestens. Beim Tierarzttermin konnte eine Mittelohrentzündung ausgeschlossen werden, der Verdacht bestand auf Meningitis. Solveig bekam trotz des jungen Alters ein Antibiotikum, welches aber leider keinen Erfolg brachte. Die Kopfschiefhaltung wurde immer schlimmer und sie begann, den Kopf regelrecht von Schiefhaltung wieder in die gerade Stellung zu ziehen (siehe Video). 

 

  

 

Erschwerend kam hinzu, dass Solveigmitte März, wie viele andere Tiere aus diesem Notfall, einen Eiterabszess am Hals entwickelte und die Lymphknoten rasend schnell anschwollen. Man musste das Risiko eingehen, Solveig zu operieren. Der Abszess wurde gespalten. Es folgte eine wochenlange Wundbehandlung, die Wundhöhle musste gesäubert, gespült, Lokalantibiose eingebracht und so gut wie möglich sauber gehalten werden. Deshalb bekam Solveig eine Halskrause verpasst.  

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Der entnommene Abszess und Gewebe wurde ins Synlab-Vet Labor nach Augusburg eingesandt um den Erreger, der für diese nun gehäuften Abszess-Vorkommnisse der Dachauer Tiere, bestimmen zu können.  Auf das Ergebnis mussten wir eine Woche warten und waren sichtlich überrascht bzw. geschockt.

Solveig - und somit höchstwahrscheinlich alle anderen Dachauer - waren mit Staphylococcus xylosus, einem sehr seltenen Bakterienstamm der Gattung der Staphylokokken, infiziert. Ein mitangefordertes Antibiogramm sagte aus, dass diese Erreger sensibel auf Cotrimoxazol reagieren. Daraufhin wurde Solveig - und allen anderen  Dachauern vorsichtsalber auch gleich - dieses Antibiotikum eingegeben. Es brachte nur langsam Erfolg, erst nach 6 Wochen  war alles ausgeheilt. Zumindest hatte es zur positiven Folge, dass kein weiteres Tier aus dem Dachauer Noftfall, mehr an einem Abszess erkrankte. Wir recherchierten sehr viel und sprachen mit vielen Tierärzten und dem Labor.  Alle bestätigten, dass diese Erregerform beim Meerschweinchen bisher äußerst selten diagnostiziert wurde. Unserer Tiere wurden somit zu einem medizinischem Präzedenzfall. 

Leider hat aber auch dieses Antibiotikum nicht dazu beigetragen, die neurologischen Auffälligkeiten des Kopfes zu regulieren. In Ruhephasen zieht Solveig den Kopf nach wie vor stark nach rechts. 

Als wenn das nicht schon genug wäre..... Ende Juni 2017 stellten wir dann Veränderungen am rechten Auge fest. Solveig wurde bei einer Augenspezialistin vorgestellt und das Auge mittels Ultraschall untersucht. Die nächste Ernüchterung: 
Solveig hat eine Netzhautablösung und keine Reaktion der Iris. Wieviel sie - wenn überhaupt - noch sieht, kann man nicht sagen. Das menschliche Auge könnte mittels Laser behandelt werden, für das Meerschweinchen-Auge gibt es diese Möglichkeit leider nicht und man berichtete uns, dass es für Solveig hier keine Behandlungsmöglichkeit gibt. Das Auge muss nun regelmäßig untersucht werden und wir hoffen, dass sie dieses zumindest behalten kann und nicht in Zukunft auch noch operativ entfernt werden muss. 

Solveig170823Trotz all dieser vielen Einschränkungen hat Solveig ein hohes Maß an Lebensfreude. Sie wohnt auf unserer Pflegestelle in Bad Aibling und teilt sich ein schönes, großes Bodengehege mit 5 weiteren Meerschweinchen. Die Sehschwäche hindert sie nicht daran, auf die höchsten Unterstände zu springen oder mit ihren Freunden durchs Gehege zu sprinten.

Solveig ist ein regelrechter Wirbelwind und noch dazu charakterstark. Sie lässt sich von niemandem so schnell unterbuttern und zeigt eher den anderen noch, wo es ihrer Meinung nach langgeht. Besonders wenn es Futter gibt, ist sie nicht zu bremsen und fordert dieses lautstark ein. 

Sie braucht nicht nur ein geschultes Auge auf der Pflegestelle, sondern ganz besonders  einen regelmäßigen Fach-Tierarztbesuch. Die bisher angefallenen Tierarztkosten, insbesondere die Laborbefunde, haben unseren Verein schon eine ganze Stange Geld gekostet. Wir freuen uns deshalb, über nette Paten, die Solveig finanziell unterstützen. 

 

 

 

  

 

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